Viele Emotionen am letzten Schultag vor den großen Ferien Um 10.20 Uhr am Freitag war es so weit: Es sind Ferien. In Homburg freuen sich die Schüler auf Ausschlafen, Sport und Urlaub. Auf dem Hof des Mannlich-Gymnasiums gab es sogar noch ein Rock-Konzert gegen Rechts.
Homburg. Dieser Freitagmorgen dieser Freitagmorgen im Christian-von-Mannlich-Gymnasium ist anders. Im Schulhof hört man laute Schlagzeugklänge, in manchen Klassen wird laut gejubelt und gesungen: Es ist der letzte Tag des Schuljahres - Sommerferien sind angesagt. Sophia Papavero, zwölf, aus Homburg weint und wird von ihren Freundinnen Anna und Vanessa gedrückt. Sophia wird Deutschland in diesem Sommer aus familiären Gründen in Richtung Rom verlassen. Zwei Jahre waren Sophia, Anne und Vanessa und weitere Mädchen der 6 b gute Freundinnen, jetzt ist die „Homburger Zeit" für Sophia vorbei. „Ich bin sehr traurig, es war schön hier", meint Sophia lächelnd, bevor die nächsten Tränen in ihre Augen schießen.
Eher nach Jubeln zu Mute ist es Selina und Elvan. Die beiden Sechstklässlerinnen haben ein „ganz gutes Zeugnis" und vor allem ein wichtiges Ziel erreicht. Selina: „Wir hatten in Musik im vergangenen Schuljahr eine Vier, jetzt haben wir eine Zwei geschafft. Das hatten wir uns fest vorgenommen." Selina und Elvan haben in einer Boutique „I Love Holidays"-T-Shirts entdeckt und tragen Partnerlook. „Klar, lieben wir Ferien, der Spruch passt voll", meinten die beiden gut gelaunten Bald-Siebtklässler.
Violetta Vu, 14, aus Homburg trägt eine rote Rose in der Hand, als sie das Schulgebäude in Richtung Ferien verlässt. „Die hat mir ein Lehrer geschenkt, weil ich heute Morgen Küchendienst machte nach einer Feier der Lehrer", berichtet Violetta. Ihr erster Gedanke in Sachen Ferien: „Endlich mal ausschlafen".
Ausschlafen, das ist auch ein gutes Stichwort für die 16-jährige Svenja. Die Homburgerin, die die zehnte Klasse besucht, freut sich vor allem darauf: „Und dann natürlich auf den Urlaub in Frankreich." Svenjas Freundin Lisa Marie, 16, freut sich auf „viel Zeit für mein Hobby Tanzen". Tanzpartys und Tanzkurse sind angesagt. Mit ihren Zeugnissen sind die beiden Teenager nicht so ganz zufrieden. Svenja: „In Mathe und Erdkunde muss ich besser werden."
Isabell Geimer, 15, aus Homburg hat die achte Klasse geschafft. Die Gymnasiastin ist mit ihren Leistungen zufrieden und freut sich auf ihre Urlaube in gleich drei Ländern: „Ich bin diesen Sommer in Ägypten, Italien und Frankreich." Julius Hornung, 15, aus Beeden, darf bald die spanische Sonne genießen, wohin er mit Freundin und Mutter reist. „Ich habe jetzt erst mal Zeit für meine Hobbys Fische und Chemie", erzählt Julius, der ein Anti-Nazi-TShirt trägt. Deshalb hält sich Julius auch auf dem kleinen Rock-Festival „Rock gegen Rechts" auf, das das Netzwerk für Demokratie und Courage mit Partnern im Hof des Mannlich-Gymnasiums am Freitag veranstaltete.
Flagge zeigen gegen Fremdenhass und Nazi-Parolen wollen die Veranstalter mit diesen Live-Konzerten und Info-Ständen. Christine Streichert, eine der Organisatorinnen vom Netzwerk, zeigte sich ganz zufrieden mit dem Zuspruch von Seiten der Schüler. „Wir sind bereits während des Schuljahres mit Projekten an die Homburger Schulen gegangen", sagt die Studentin der Politikwissenschaft, die sich ehrenamtlich für die Aufklärungsarbeit gegen rechtsextreme Aktivitäten engagiert. Die Sechstklässlerinnen Elvan und Selina mit ihren „I love Holiday"-Shirts vergnügen sich derweil an einem großen Tischfußball-Spiel nahe der Rockbühne. Da stört es auch nicht, als ein frecher Fünftklässler einen Wasserballon ins Spielfeld wirft. „Egal, Hauptsache Ferien", heißt es aus der Runde.
Musik und Info-Stände
Nur ein kleiner Teil der Mannlich-Schüler bleibt beim „Rock gegen Rechts"-Festival, die anderen verteilen sich in der Stadt. Die, die auf dem Schulhof geblieben sind, erleben Live-Musik der Bands Bruise, Ska-Einsatzkommando oder dem Rapper Hakim aus dem Erbacher Jugendzentrum Continue. Der DGB, die Awo-Suchtberatungsstelle, das Homburger Jugendprogramm Josh und der Kreis sind mit Ständen vertreten, die im stürmischen Wind fast wegfliegen. Auch das autonome Jugendzentrum am Güterbahnhof hat sich mit einem Info-Stand an „Rock gegen Rechts" beteiligt. Gegen 14 Uhr kehrte auf dem Schulhof dann die endgültige Ferienruhe ein.
> Download: Pressebericht (SZ 07.07.2007)